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Baby, Bücher, Gesellschaft

Eine Kindheit ohne Bücher? Bitte nicht!

Mai 12th, 2015

Wenn es etwas gibt, worüber ich gerne mal lästere, dann ist es überbordendes Konsumverhalten. Weil ich es einerseits echt doof finde und (mir heimlich selbst eingestehend) ich aus einer finanziell unterpriviligierten Familie komme und immer nur zugucken durfte, wenn andere bekamen. Im Klartext also: aus aufrichtigem Sozialneid.

Lasse ich mich mal wieder gehen („Was sind das denn für Werte, die ich meinem Kind mitgebe, wenn es zum dritten Geburtstag ein iPad geschenkt bekommt?“), stimmen alle fröhlich mit ein und dann sagt mein Mann: „Naja, aber unserer einjährigen Tochter hast du gerade das fünfzigste Bilderbuch gekauft…“

Ich werde ungerne ertappt und habe noch weniger gerne Unrecht – also beginne ich mein Plädoyer für Bücher. Argumentativer Kern: Kann man nicht genug haben. So!

Das letzte Mal war auf dem Geburtstag einer Freundin, die höchst unglücklich ist mit der Kita ihrer Tochter. Der Träger findet, dass Investitionen in Bücher vollkommener Quatsch sind. Die ganz Kleinen kauen eh nur drauf rum. Das Geld für ständige Neuanschaffungen habe man eben nicht. Es gibt eine Auswahl auf fünf Büchern, allerdings nicht zur freien Verfügung, sondern nur aus der Hand der Erzieherin. Dafür gibt’s für jedes Kind ein Bobby-car, sind ja auch robuster, die Plaste-Ungeheuer.

Schnell stimmt sie also mit ein: Bücher kann man nicht zu viele haben und untermauert das gleich mit gewichtigen Grundschullehrerinnen-Argumenten – wie gut mit einer Lehrerin als Freundin, wenn man eine Diskussion mit dem Mann gewinnen will! Bilderbücher fördern die Sprachkompetenz, erweitern das Vokabular und sind eine wichtige soziale Erfahrung. Bäm!

Passend zum Jeden-Monat-ein-Paket-mit-whatever-Zeitalter gibt es nun endlich auch das erste wirklich sinnvolle Abo: Librileo stellt pädagogisch wertvolle Bücher für unterschiedliches Alter zusammen und verschickt diese regelmäßig zu absolut vernünftigen Preisen. Werde ich natürlich abschließen, sobald nicht nur ich was von den Büchern meiner Tochter habe. Schließlich leisten sich Papa und ich ja auch Netflix. Ist nur fair, wenn jeder in der Familie ein Abo hat.

Argumentativ werde ich da leichtes Spiel haben. Lesen ist im Kindesalter tatsächlich von zentraler Bedeutung. Habe ich einen ausreichenden Wortschatz, kann ich mich verständlich machen – das hilft nicht nur beim Argumentieren, sondern allgemein bei der Kommunikation. Kinder, die viel lesen, sind weniger aggressiv, schlichten Streit ohne Fäuste, fühlen sich besser von der Umwelt verstanden. Sprache ist zentral für das menschliche Miteinander.

Was also tun, wenn man aus einem Haushalt kommt, in dem Bücher keine Rolle spielen? Oder, in dem Eltern sich Bücher einfach nicht leisten können? Und jetzt rühre ich gerne die Werbetrommel für eine superwichtige, längst überfällige Idee: Man schenkt diesen Familien diese Bücher einfach! Librileos Bücherboxen kann man über Spenden an bedürftige Familien liefern lassen und damit die auch dort ankommen, wo sie wirklich gebraucht werden, wird diese Aktion von diversen sozialen Trägern unterstützt. Ich bin der schlechteste Verkäufer der Welt und lasse Sarah und Julius mit ihrem Team am besten für sich selbst sprechen:
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=Jh1OyiOjfDg?rel=0]
Und ich hoffe nur, dass wenn ich groß bin, ich Sarah und Julius werde, Librileo erfinde und Kindern tolle Bücher schenken kann, bis mein Mann einsieht, dass man wirklich nie, nie, nie genug Bücher haben kann!

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